Zentralvereinigung (ZV) Architekten Österreichs – Bauherrenpreis 2011

Otto Kapfinger, Jurymitglied ZV: „Ein Beispiel von allgemeinster Relevanz, wie aus Privatinitiative, mit minimalen Mitteln, mit Einbindung institutioneller und professioneller Kompetenz alltäglicher, unspektakulärer Raum für neue Nutzungen belebt werden kann und damit öffentlicher, baukultureller Mehrwert entsteht. Das 1841 errichtete Bauernhaus ist eines der wenigen der Art, die es im Walgau noch gibt. Schon in den 1990er Jahren öffneten Hildegard und Helmut Schlatter sporadisch den Wirtschaftstrakt für Workshops und Ausstellungen. Ab 2005 dachte man an ganzjährige Verwendung des Stadels als Bühne für Kunst und Kultur der ländlichen Region, die im radikalen Umbruch steht. Ein Verein wurde gegründet; zur technisch-räumlichen Nachrüstung des Stadels wurde professionelle Planung nötig. Die Schlatters wandten sich an das VAI um Rat; vier Teams wurden zum Architekturwettbewerb geladen, vom „EU LEADER Förderprogramm“ kam Finanzhilfe. Mit gemeinsamer Weiterentwicklung des Siegerprojektes entstand eine vorbildliche Revitalisierung: Die Atmosphäre der Scheune blieb erhalten; die Interventionen antworten dem Bestand ebenso werkzeughaft, reduziert, roh: das Neue ist nirgends kostbarer als das Alte, doch von gleicher Intelligenz, und das Ganze nicht auf Fotos, nur am Ort selbst richtig spürbar.

ARTENNE, Nenzing, Vorarlberg
Bauherren: Hildegard und Helmut Schlatter
Architekt: DI Hansjörg Thum, Feldkirch

 

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